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Sonntag, 16. November 2014
Mini-Geschichte am Sonntag
ladydiamond, 16:29h
Hallo,
Mir ist beim Computer aufräumen aufgefallen dass ich da noch
eine kleine Geschichte hab mit der ich nicht weiß was ich machen
sollte also dacht ich poste sie einfach mal hier.
Sie ist mir leider etwas depressiv geraten aber ich hoffe das stört
nicht allzu sehr. (Passt aber zu dem Mist Wetter und meiner miesen
Stimmung heute.)
Er würde kommen, sie wusste es. Seit 3 Tagen schon, viel Zeit blieb ihr nicht. Höchstens ein Monat, danach würde der Krebs sie dahinraffen wie so viele vor ihr. Sie wusste nicht ob es sich lohnte sich vor ihm zu fürchten, sie würde sterben, daran bestand kein Zweifel, aber was brächte ihr die Furcht? Nichts, es würde passieren, und wenn es nicht in einem Monat passieren würde dann später. Aber der Gedanke daran dass es jedem Menschen so ging beruhigte sie kein bisschen, ihre Eltern, ihre Freunde, sie alle würde ihr folgen. Wo würde sie hinkommen? Gab es so etwas wie einen Himmel und eine Hölle? Was müsste sie tun um in den Himmel zu kommen? Sie war hilflos, wahnsinnig allein, auch wenn alle sagten sie verstünden ihre Situation, keiner von ihnen verstand sie auch nur ansatzweise. Niemand sah dem Tod so sehr ins Auge wie sie. Niemand wurde morgens wach und wusste dass heute vielleicht der letzte Tag angebrochen sein könnte. Sie dachte über die Zeit nach die ihr noch blieb, ein Monat, siebenhundert und zwanzig Stunden, eine ganze Menge. Sie könnte weiterhin in die Schule gehen, ihre Tage durchleben wie sonst auch. Sie könnte sich aber auch auf ihren Tod vorbereiten, ihr Zimmer zum letzten Mal gründlich aufräumen, ihre Sachen verschenken und Briefe schreiben. Sie könnte sich ‚Armageddon’ ansehen oder ‚Titanic’, sie könnte mit Rose weinen weil Jack tot war, sie könnte Grace dabei zusehen wie sie sich von ihrem Vater verabschiedete. Oder sie könnte anfangen Lieder zu komponieren, sie könnte es so machen wie Buddy Holly oder Freddie Mercury, mit ‚It doesen’t matter anymore’ oder ‚the Show must go on’ hatten sie Hymen hinterlassen. Hymen vom Tod. Hatten sie ihn erahnen können? Hatte John Lennon als er Mark Chapman zum ersten Mal sah gespürt dass sein Lebensabend nahe war? Hatten sie diese Vorahnungen beschlichen, genauso wie sie jetzt?
Wie sollte sie mit allen umgehen? Sollte sie die Menschen trösten die schon jetzt um sie weinten? Sollte sie Zeit mit ihnen verbringen? Oder sich besser langsam von ihnen distanzieren damit der Abschied nicht so plötzlich kam?
Sie hielt es keine Sekunde mehr aus darüber nachzudenken, sie stand auf und griff nach ihrem Mantel. Die Stadt lag um diese Zeit hell erleuchtet da, die dicke Schneedecke bedeckte alle Dächer und Gehsteige, sie lief langsam an den Schaufenstern vorbei, überall bereiteten sich die Menschen auf Weihnachten vor, in Kaufhäusern standen große Tannenbäume und Leute kauften überteuerte Weihnachtsgeschenke für Verwandte und Freunde, stets nur darauf bedacht ihnen eine vermeintliche Freude zu bereiten. Kinder die mit leuchtenden Augen Wunschzettel schrieben. Sollte auch sie Geschenke kaufen? Würde sie Weihnachten überhaupt erleben?
Sie erreichte den Park am Ende der Straße und ließ sich auf eine der schneebedeckten Bänke sinken. Samtene Nacht legte sich über die Stadt während sie stumm dasaß und auf den Fluss sah.
Doch irgendwann stand er vor ihr, er war groß und dünn, seine schwarzen Haaren waren von geschmolzenen Schneeflocken durchnässt und unter seinen Augen zeichneten sich deutlich schwarze Ringe auf der bleichen Haut ab. Er setzte sich auf dieselbe Bank wie sie, sie schwiegen sich an, was hätte sie zum ihn sagen sollen? Was er zu ihr?
Er zog einen Block aus der Tasche und einen Stift, dann begann er sie mit dünnen Bleistiftlinien zu zeichnen. Als er fertig war riss er das Blatt aus der Perforierung und reichte es ihr.
Sie betrachtete es. „Danke“ sagte sie schließlich. Er erwiderte nichts. Er sah sie nur stumm an.
„Sami“ sagte er schließlich, und reichte ihr seine schmale Hand.
„Scarlett“ antwortete sie und ergriff seine Hand.
Dann schwiegen sie weiter.
„Es ist kalt.“ Sagte er plötzlich. Darauf wusste sie keine Antwort. Dann stand er auf und ging. Ließ sie allein. Eine seltsame Begegnung, sie betrachtete die Zeichnung, eine Schneeflocke fiel auf den Hals des Mädchens auf dem Bild, der Graphitstift verwischte leicht als sich der Schnee in Wasser verwandelte, es sah aus als würde aus ihrem Hals Blut fließen.
Okay, lasst mir gerne eure Meinung da!
PS: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.
Noch einen netten rest-Sonntag und einen guten Start
in die neue Woche!!!
Alles Liebe
Mir ist beim Computer aufräumen aufgefallen dass ich da noch
eine kleine Geschichte hab mit der ich nicht weiß was ich machen
sollte also dacht ich poste sie einfach mal hier.
Sie ist mir leider etwas depressiv geraten aber ich hoffe das stört
nicht allzu sehr. (Passt aber zu dem Mist Wetter und meiner miesen
Stimmung heute.)
Er würde kommen, sie wusste es. Seit 3 Tagen schon, viel Zeit blieb ihr nicht. Höchstens ein Monat, danach würde der Krebs sie dahinraffen wie so viele vor ihr. Sie wusste nicht ob es sich lohnte sich vor ihm zu fürchten, sie würde sterben, daran bestand kein Zweifel, aber was brächte ihr die Furcht? Nichts, es würde passieren, und wenn es nicht in einem Monat passieren würde dann später. Aber der Gedanke daran dass es jedem Menschen so ging beruhigte sie kein bisschen, ihre Eltern, ihre Freunde, sie alle würde ihr folgen. Wo würde sie hinkommen? Gab es so etwas wie einen Himmel und eine Hölle? Was müsste sie tun um in den Himmel zu kommen? Sie war hilflos, wahnsinnig allein, auch wenn alle sagten sie verstünden ihre Situation, keiner von ihnen verstand sie auch nur ansatzweise. Niemand sah dem Tod so sehr ins Auge wie sie. Niemand wurde morgens wach und wusste dass heute vielleicht der letzte Tag angebrochen sein könnte. Sie dachte über die Zeit nach die ihr noch blieb, ein Monat, siebenhundert und zwanzig Stunden, eine ganze Menge. Sie könnte weiterhin in die Schule gehen, ihre Tage durchleben wie sonst auch. Sie könnte sich aber auch auf ihren Tod vorbereiten, ihr Zimmer zum letzten Mal gründlich aufräumen, ihre Sachen verschenken und Briefe schreiben. Sie könnte sich ‚Armageddon’ ansehen oder ‚Titanic’, sie könnte mit Rose weinen weil Jack tot war, sie könnte Grace dabei zusehen wie sie sich von ihrem Vater verabschiedete. Oder sie könnte anfangen Lieder zu komponieren, sie könnte es so machen wie Buddy Holly oder Freddie Mercury, mit ‚It doesen’t matter anymore’ oder ‚the Show must go on’ hatten sie Hymen hinterlassen. Hymen vom Tod. Hatten sie ihn erahnen können? Hatte John Lennon als er Mark Chapman zum ersten Mal sah gespürt dass sein Lebensabend nahe war? Hatten sie diese Vorahnungen beschlichen, genauso wie sie jetzt?
Wie sollte sie mit allen umgehen? Sollte sie die Menschen trösten die schon jetzt um sie weinten? Sollte sie Zeit mit ihnen verbringen? Oder sich besser langsam von ihnen distanzieren damit der Abschied nicht so plötzlich kam?
Sie hielt es keine Sekunde mehr aus darüber nachzudenken, sie stand auf und griff nach ihrem Mantel. Die Stadt lag um diese Zeit hell erleuchtet da, die dicke Schneedecke bedeckte alle Dächer und Gehsteige, sie lief langsam an den Schaufenstern vorbei, überall bereiteten sich die Menschen auf Weihnachten vor, in Kaufhäusern standen große Tannenbäume und Leute kauften überteuerte Weihnachtsgeschenke für Verwandte und Freunde, stets nur darauf bedacht ihnen eine vermeintliche Freude zu bereiten. Kinder die mit leuchtenden Augen Wunschzettel schrieben. Sollte auch sie Geschenke kaufen? Würde sie Weihnachten überhaupt erleben?
Sie erreichte den Park am Ende der Straße und ließ sich auf eine der schneebedeckten Bänke sinken. Samtene Nacht legte sich über die Stadt während sie stumm dasaß und auf den Fluss sah.
Doch irgendwann stand er vor ihr, er war groß und dünn, seine schwarzen Haaren waren von geschmolzenen Schneeflocken durchnässt und unter seinen Augen zeichneten sich deutlich schwarze Ringe auf der bleichen Haut ab. Er setzte sich auf dieselbe Bank wie sie, sie schwiegen sich an, was hätte sie zum ihn sagen sollen? Was er zu ihr?
Er zog einen Block aus der Tasche und einen Stift, dann begann er sie mit dünnen Bleistiftlinien zu zeichnen. Als er fertig war riss er das Blatt aus der Perforierung und reichte es ihr.
Sie betrachtete es. „Danke“ sagte sie schließlich. Er erwiderte nichts. Er sah sie nur stumm an.
„Sami“ sagte er schließlich, und reichte ihr seine schmale Hand.
„Scarlett“ antwortete sie und ergriff seine Hand.
Dann schwiegen sie weiter.
„Es ist kalt.“ Sagte er plötzlich. Darauf wusste sie keine Antwort. Dann stand er auf und ging. Ließ sie allein. Eine seltsame Begegnung, sie betrachtete die Zeichnung, eine Schneeflocke fiel auf den Hals des Mädchens auf dem Bild, der Graphitstift verwischte leicht als sich der Schnee in Wasser verwandelte, es sah aus als würde aus ihrem Hals Blut fließen.
Okay, lasst mir gerne eure Meinung da!
PS: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.
Noch einen netten rest-Sonntag und einen guten Start
in die neue Woche!!!
Alles Liebe
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